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ENCARE II - Gewalterfahrungen, Unfälle und Verletzungen bei Jugendlichen aus alkoholbelasteten Familien (ALC-VIOL)

Die Kompetenzplattform (KOPF-S) Suchtforschung führt seit März 2005 das Projekt „Gewalterfahrungen, Unfälle und Verletzungen bei Jugendlichen aus alkoholbelasteten Familien (ALC-VIOL)“ durch. Die Europäische Kommission unterstützt das Projekt finanziell im Rahmen des DAPHNE-Programms – ein Aktionsprogramm mit dem Ziel Gewalt gegen Kinder, Jugendliche und Frauen zu verhüten und zu bekämpfen. An dem Projekt beteiligen sich zehn EU-Staaten (Deutschland, England, Finnland, Irland, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Spanien und Ungarn) mit elf Partnerorganisationen. Das Projekt wird auf internationaler Ebene von der KOPF-S geleitet und koordiniert.

In dem Projekt sollen innerfamiliäre Gewalterfahrungen sowie häufig damit assoziierte Unfall- und Verletzungsereignisse bei Jugendlichen aus alkoholbelasteten Familien in mehreren EU-Staaten erstmals umfassend erhoben werden. Das Thema Gewalterfahrungen als (zusätzlicher) Risikofaktor bei Jugendlichen aus alkoholbelasteten Familien wurde im Rahmen nationaler und internationaler Studien bisher nur wenig bearbeitet, obwohl der hohe Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Gewaltverhalten bekannt ist. Kinder aus alkoholbelasteten Familien werden im Kontext von Gewaltforschung und -prävention jedoch kaum wahrgenommen. Dabei zeigen die wenigen vorhandenen Studien, dass diese Kinder in besonderem Maße Opfer und Zeugen von Gewalthandlungen innerhalb der Familie werden. Dadurch sind sie erhöhten Risiken bezüglich ihrer physischen und psychischen Entwicklung ausgesetzt. Aufgrund der Tabuisierung der Themen Alkohol und Gewalt gegenüber Personen außerhalb der Familie ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.

Um das beschriebene Problemfeld zu erhellen werden die Familiensituation, Ressourcen, Copingstrategien, Verhaltens- und emotionale Auffälligkeiten, Unfall- und Verletzungsereignisse sowie innerfamiliäre Gewalterfahrungen von Jugendlichen in alkoholbelasteten Familien umfassend in mehreren EU-Staaten erhoben. Dies geschieht in ausführlichen Interviews mit 12-18-jährigen Jugendlichen anhand des eigens dafür entwickelten halbstandardisierten Interviewleitfadens ALVI-T. Für die Datenerhebung in Deutschland kooperiert die KOPF-S mit ambulanten und stationären Alkoholbehandlungseinrichtungen sowie ambulanten Angeboten für Jugendliche aus alkoholbelasteten Familien.

Gleichzeitig sollen nationale Netzwerke von Fachkräften aufgebaut und/oder ausgeweitet werden (vgl. Deutsches ENCARE-Netzwerk). In einem weiteren Schritt werden in den beteiligetn europäischen Ländern vorhandene Präventionsstrategien und -leitlinien zum Thema elterlicher Alkoholkonsum und innerfamiläre Gewalt gesammelt, um daraus relevante Kernsätze und Strategien abzuleiten. Darüber hinaus wird eine Steigerung der Sensibilität für die Problemkonstellation Alkohol und innerfamiliäre Gewalt bei professionellen HelferInnen in Einrichtungen der Suchtkranken- und Jugendhilfe sowie eine stärkere Vernetzung der Hilfesysteme angestrebt.

Das Projekt ist am 10. Juni 2007 ausgelaufen. Erste Projektergebnisse wurden auf dem 2. ENCARE-Symposium "Alkohol und Gewalt in Familien: Was ist mir den Kindern?" vom 19.-20. April 2007 in Bad Honnef präsentiert und diskutiert. Alle Präsentationen des Symposiums können Sie hier herunterladen.

Den von Danielle Reuber und Richard Velleman verfassten, ausführlichen Ergebnisbericht können sie sich auf dieser Seite in Deutsch und Englisch herunterladen. Versionen in Finnisch, Ungarisch, Polnisch, Spanisch sowie Niederländisch finden Sie auf der internationalen ENCARE-Webpräsenz www.encare.info.

Projektleitung: Prof. Dr. Michael Klein, Email: mikle@kfhnw.de

Projektkoordination: Danielle Reuber, Dipl.-Psych.

Die Europäische Kommission unterstützt das Projekt finanziell im Rahmen des DAPHNE-Programms.

 

Beteiligte europäische Partner:

Finnland - Teuvo Peltoniemi, Antti Järventaus, Minna Ilva (A-Klinikka Stiftung)

Großbritannien - Richard Velleman, Lorna Templeton (Mental Health Research and Development Unit, University of Bath and Avon & Wiltshire Mental Health Partnership NHS Trust)

Irland - Chris Murphy (Drugs Awareness Programme Crosscare)

Malta - Joan Camilleri (National Focal Point for Drugs and Addiction, National Commission on the Abuse of Drugs, Alcohol and other Dependencies, Ministry for the Family and Social Solidarity)

Niederlande - Heleen Riper, Barbara Conijn (Trimbos-instituut)

Österreich - Christoph Lagemann (Institut Suchtprävention, Pro Mente Oberösterreich)

Österreich - Alfred Uhl (Ludwig-Boltzmann-Institut für Suchtforschung am Anton-Proksch-Institut)

Polen - Maria Zaluska (Institut für Psychiatrie und Neurologie, Psychiatrische Klinik Warschau)

Spanien - Lídia Segura (Programme on Substance Abuse, Health Department, Government of Catalonia)

Ungarn - Jozsef Racz (Blue Point Drug Counselling and Outpatient Centre)

Letzte Aktualisierung von Danielle Reuber am 02.07.2007 .

 
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